Am 2. November ist Equal Pay Day – jener Tag, ab dem Frauen in Österreich statistisch gesehen bis Jahresende „gratis“ arbeiten. Der Equal Pay Day macht auf eine Realität aufmerksam, die längst überwunden sein sollte: Frauen verdienen in Österreich im Durchschnitt noch immer rund 17 Prozent weniger als Männer. In Vorarlberg liegt der geschlechtsspezifische Einkommensunterschied laut Statistik Austria sogar bei knapp 20 Prozent – damit ist unser Bundesland im Ländervergleich Schlusslicht.
Für die Vorarlberger Volkspartei ist klar: Diese Ungleichheit darf nicht hingenommen werden. Faire Bezahlung ist keine symbolische Forderung, sondern ein grundlegendes Gebot der sozialen Gerechtigkeit. „Frauen leisten tagtäglich einen enormen Beitrag für unsere Gesellschaft – beruflich, familiär und ehrenamtlich. Es ist nicht hinzunehmen, dass ihre Arbeit im Jahr 2025 noch immer weniger wert ist“, betont VP-Frauensprecherin Julia Berchtold.
Berchtold weist darauf hin, dass der Equal Pay Day auch zweimal im Jahr berechnet wird: Im Frühjahr markiert er den Tag, bis zu dem Frauen arbeiten müssten, um das Vorjahreseinkommen ihrer männlichen Kollegen zu erreichen. Der Equal Pay Day im Herbst symbolisiert hingegen jenen Tag, ab dem Frauen statistisch gesehen ohne Bezahlung arbeiten würden – weil Männer bis dahin bereits das Jahreseinkommen von Frauen erzielt haben.
„Gleichstellung ist kein Frauenthema – sie betrifft uns alle. Frauen dürfen nicht länger beim Einkommen, bei der Altersvorsorge oder bei der beruflichen Entwicklung benachteiligt sein“, so Berchtold abschließend. „Wir stehen für eine Politik, die Leistung anerkennt, Chancen ermöglicht und konkrete Verbesserungen schafft – für Frauen und für unsere gesamte Gesellschaft.“
Drei zentrale Hebel für mehr Lohngerechtigkeit
Berufswahl stärken und erweitern: „Die Berufswahl bestimmt maßgeblich den Lohnzettel. Je mehr Frauen sich etwa für technische oder gut bezahlte Mangelberufe entscheiden, desto stärker steigen auch ihre Einkommenschancen“, so Berchtold. Hier gelte es, junge Frauen gezielt zu motivieren und durch geeignete Programme zu fördern.
Mehr Transparenz bei Gehältern: „Der Vergleich macht sicher. Unternehmen sollen künftig ihre Einkommenspyramiden transparent machen“, fordert die VP-Frauensprecherin. Die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz, die bis Juni 2026 umzusetzen ist, biete eine wichtige Grundlage. „Jetzt ist die Bundesregierung gefordert, diese Vorgaben zügig und klar umzusetzen.“
Partnerschaftliche Erziehungsarbeit ermöglichen: „Wer sich Kinderbetreuung teilt, teilt auch Chancen im Berufsleben. Deshalb müssen wir partnerschaftliche Lebensmodelle stärker fördern – damit Frauen schneller und eigenständig in den Beruf zurückkehren können“, schließt Berchtold.