Landtag setzt Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen

Alle fünf Fraktionen unterstützen landesweites Maßnahmenpaket gegen Femizide

Ein couragiertes „Nein“ gegen jede Form der Gewalt gegen Frauen vertreten die fünf Frauensprecher:innen im Vorarlberger Landtag angesichts einer nicht abreißenden Serie von Gewalttaten gegen Frauen in ganz Österreich: „Wir sind nicht bereit, angesichts von mittlerweile 23 Femiziden in diesem Jahr, dieser Welle der Gewalt tatenlos zuzuschauen. Wir sind – über alle Parteigrenzen hinweg – der Meinung, dass Gewalt gegen Frauen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf. Es ist uns deshalb ein Anliegen, dass Frauen besser geschützt werden können, indem die Unterstützungsangebote im Land weiter ausgebaut und optimiert werden“, sind sich die Abgeordneten Gabriele Graf (VP), Sandra Schoch (Grüne), Nicole Hosp (FP), Elke Zimmermann (SP) und Johannes Gasser (Neos) einig.

In einer gemeinsam ausgearbeiteten Ausschussvorlage, die heute im Sozialpolitischen Ausschuss einstimmig beschlossen wurde, fordern sie die Landesregierung auf, in den Vorarlberger Spitälern ein häuserübergreifendes Kompetenznetzwerk zum Thema „Gewalt an Frauen“ zu entwickeln. Ziel dieses Netzwerks ist es, an allen Kontaktpunkten die Kompetenzen zu schaffen, um betroffene Frauen zu erkennen, notwendige Unterstützungsschritte zu setzen und entsprechende Informationen über weitere Hilfs- und Beratungsangebote anzubieten. Darüber hinaus wird geprüft, wie Frauen, die von Gewalt betroffen sind, möglichst niederschwellig – etwa in Apotheken oder Ordinationen – auf ihre Notsituation aufmerksam machen können.

Gewalt gegen Frauen ist in den verschiedensten Facetten präsent. Laut einer Erhebung der Europäischen Union ist jede fünfte Frau ab ihrem 15. Lebensjahr körperlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt (Erhebung der Europäischen Union für Grundrechte zu geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen, 2014). Jede dritte Frau musste seit ihrem 15. Lebensjahr eine Form von sexueller Belästigung erfahren. Jede siebte Frau ist ab ihrem 15. Lebensjahr von Stalking betroffen.

Statements:

„Wir setzen gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt, denn die Gewalt gegen Frauen reißt nicht ab und sie kommt in allen sozialen Schichten, Nationen, Familienverhältnissen und Berufsgruppen vor“, Gabriele Graf, Frauensprecherin der Vorarlberger Volkspartei.

„Es ist Zeit, dass sich auch Männer diese Krise eingestehen und sich positionieren. Alle Männer sind Teil dieser patriarchalen Gesellschaft, die männliches Kontrollverhalten, Dominanz und Besitzansprüche an Frauen toleriert und so den Nährboden für Gewalt an Frauen bereitet“, nimmt Sandra Schoch, Grüne Frauensprecherin, am heutigen Weltmännertag die Männer in die Pflicht.

„Mit einer Null-Toleranz-Politik muss der zunehmenden Gewalt an Frauen mit aller Entschlossenheit entgegengewirkt werden, denn Gewalt kann und darf von unserer Gesellschaft nicht toleriert werden. Es ist wichtig, dass Thema Gewalt bewusst zu machen und die Bevölkerung diesbezüglich durch Aufklärung und Bewusstseinsbildung zu sensibilisieren. Ein Kompetenznetzwerk soll mithelfen, den Schutz von Frauen vor jeglicher Form von Gewalt deutlich zu verbessern und Betroffene sollen durch konkrete Hilfeleistungen unterstützt werden.“ Nicole Hosp, Frauensprecherin FPÖ.

„Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Österreich ist für Frauen ein besonders gefährlicher Ort. Diesen Zustand können wir nicht einfach akzeptieren. Es liegt in unserer Verantwortung, etwas dagegen zu tun. Das gemeinsame Engagement aller Landtagsfraktionen ist dafür ein wichtiger Schritt“, Elke Zimmermann, SPÖ-Frauensprecherin.

„Von Gewalt betroffene Frauen müssen sich auf die bestmögliche Betreuung in Vorarlberg verlassen können - dazu gehört auch die Sicherung von Beweisen bei gewaltsamen Übergriffen. Diese Kompetenz gilt es in Vorarlbergs Gesundheitswesen sicherzustellen, damit Gewalttäter nicht aus Mangel an Beweisen ungeschoren davonkommen können“, Johannes Gasser, NEOS-Frauensprecher.

Foto: Vorarlberger Volkspartei


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