Was bedeutet die zweite Welle für die Pflegeheime?

Landtagsanfrage zu den aktuellen COVID-Maßnahmen an Landesrätin Katharina Wiesflecker eingebracht

Die Corona-Pandemie bedeutet für alle Bereiche des Gesundheits- und Sozialwesens eine besondere Herausforderung. Gerade die erste Welle an Infektionen im März dieses Jahres hat europaweit deutlich aufgezeigt, dass eine Infektion in Pflege- und Altenheimen tendenziell eher schwer oder sogar tödlich verläuft: „Die Appelle an die Verantwortung der Einzelnen reichen oft nicht aus, um unsere älteren Mitbürger in den verschiedenen Einrichtungen zu schützen. Die Fürsorgepflicht des Staates gebietet, dass wir uns um die schwächeren Mitglieder unserer Gesellschaft besonders kümmern. Das gilt für alte und kranke Menschen ebenso, wie für Menschen mit Behinderung“, betont VP-Sozialsprecherin Heidi Schuster Burda. In einer Landtagsanfrage an Landesrätin Katharina Wiesflecker will sie nun in Erfahrung bringen, wie das Land diese von der Pandemie besonders gefährdeten Bereiche bestmöglich schützen will.

Menschen mit Behinderung in den Fokus rücken

Die VP-Abgeordnete Gabriele Graf erinnert daran, dass gerade Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen aber auch von Einrichtungen für Menschen mit einer Behinderung in der Phase des „Lockdowns“ auch unter mit der Isolation verbundenen Einsamkeit gelitten haben: „Es braucht deshalb Sicherheitskonzepte, die einerseits die Menschen in den Einrichtungen optimal vor Ansteckung schützen und andererseits Kontakte mit Angehörigen weiterhin ermöglichen.“
Gerade Menschen mit Behinderungen sind in allen Altersstufen besonders von den Maßnahmen zur Corona-Eindämmung betroffen. Hilfen, die im Alltag die Angehörigen entlasten, fallen weg. Wichtige Therapien sind vielleicht ausgesetzt. „Und oft gehören Menschen mit einer Behinderung aufgrund von Vorerkrankungen zur Risikogruppe und müssen besonders geschützt werden. Eine aufgebaute Normalität gerät ins Wanken - Isolation statt Inklusion, zum Schutz aller. Hier braucht es eine gute Balance an Maßnahmen“, ist Graf überzeugt.

Rasche Reaktion bei Clustern

Auch bezüglich der Teststrategie gibt es für die Abgeordnete Andrea Schwarzmann einige offene Fragen: „Wie sehen die medizinischen und organisatorischen Abläufe im Falle positiv getesteter Bewohner in den Alten- und Pflegeeinrichtungen, sowie in den Betreuungseinrichtungen für behinderte Menschen, aus? Welches Umfeld wird in einem solchen Fall getestet?“ zitiert sie aus der Landtagsanfrage. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch eine gute Vorbereitung auf den Ernstfall, sprich das Auftreten von COVID-Clustern in den Alten- und Pflegeeinrichtungen, sowie in den Betreuungseinrichtungen für behinderte Menschen: „Wichtig ist vor allem rasch die infizierten Personen zu erkennen, sowie genügend Personalressourcen zur Verfügung zu haben, um Ausfälle kompensieren zu können“, gibt Schwarzmann zu bedenken.

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