Equal Pay Day: Es wird Zeit für mehr Lohngerechtigkeit

Einkommensgerechtigkeit muss verstärkt auf die gesellschaftliche Agenda

Österreich begeht am 25.10. 2021 – ein Tag vor dem Nationalfeiertag den „Equal Pay Day“. „Leider ist dieser Tag kein Grund zum Feiern. Schließlich arbeiten die Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen ab diesem Zeitpunkt bis Ende des Jahres gratis“, verdeutlichen Landesobfrau Martina Rüscher und die geschäftsführende Obfrau von „Wir Frauen VVP“, LAbg. Gabriele Graf die nach wie vor bestehenden Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern.

Martina Rüscher verweist in diesem Zusammenhang auf das Faktum, dass weiblich dominierte Branchen wie Pflege, Kinderbetreuung oder Einzelhandel weiterhin schlechter bezahlt werden als männlich dominierte. Viele Studien führen dies auf systematisch geringere Bewertung der Erwerbsarbeit von Frauen zurück. „Corona hat diese nicht vorhandene Wertschätzung nochmals deutlicher aufgedeckt. Die Voraussetzung für ökonomische Gleichstellung von Frauen und Männern ist Lohntransparenz in den Unternehmen und staatlichen Einrichtungen“, definiert Rüscher eine Forderung in Richtung Bundesregierung und Sozialpartner: „Nur so können bestehende Diskriminierungen offengelegt werden.“

Wie ein solches Modell aussehen kann, zeigen internationale Beispiele. In Neuseeland wurde ein Equal Pay Gesetz sowie eine Gesetzesänderung beschlossen, wonach gleichwertige Tätigkeiten und damit historisch unbezahlte, von Frauen dominierte Bereiche, gleich bezahlt werden müssen. In Island dürfen seit 2018 Unternehmen gleichwertige Arbeit von Frauen und Männern nicht mehr unterschiedlich bezahlen. „Sie müssen jährlich die Einkommen offenlegen, um zu zeigen, dass das Gesetz befolgt wird“, erläutert Rüscher.

Partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit

Weiters muss es aus Sicht der geschäftsführenden Obfrau, LAbg. Gabi Graf, eine Zielsetzung unserer Gesellschaft werden, dass die Familienarbeit partnerschaftlicher zwischen den Eltern aufgeteilt wird: „Bis dato muss in Österreich eine Mutter zehn Jahre nach einem Kind mit einem Einkommensverlust von 50% rechnen. Auf die Einkommenssituation der Väter hat das erste Kind keinen Einfluss“. Zum Vergleich: In Schweden verlieren die Mütter nach 10 Jahren immer noch 26 % ihres Einkommens, aber auch Männer nehmen nach der Geburt für eine kurze Zeit einen Einkommensverlust in Kauf. „Wir müssen daher die Väterkarenz gesellschaftlich besser verankern und den Wiedereinstieg für Mütter in den Beruf möglichst einfach gestalten“, so Gabi Graf weiter. Um den Kampf für mehr Lohngerechtigkeit engagiert führen zu können, ist es für Graf und Rüscher wichtig, dass sich Frauen noch stärker in die Politik einbringen. „Wir Frauen VVP“ ist daher auch als eine Plattform für politisch engagierte Frauen zu sehen: „Wir freuen uns über jede Frau, die ein Stück dieses Weges zur finanziellen Gleichberechtigung mit uns gehen will“, sprechen Graf und Rüscher abschließend eine Einladung aus.

Foto: VLK


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