Gendermedizin: Frauen und Männer sind anders krank.

Die Wissenschaft zur geschlechtsspezifischen Medizin ist noch jung. Welche Bedeutung sie aber hat, zeigt folgender Umstand: Nicht nur Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen zum Teil unterschiedlich, sondern auch die Verträglichkeit von Medikamenten variiert zwischen den Geschlechtern. Und das sollte  Auswirkungen auf Diagnosen und Therapien haben.

Der Prototyp Patient ist nach wie vor männlich. Frauen und Männer sind allerdings anders krank, auch die Symptome bei zum Beispiel Herzinfarkt sind andere. Daher möchten die ÖVP Frauen eine stärkere Einbindung von Gendermedizin in der Krankenversorgung, Forschung und Rehabilitation forcieren.

 

Infos & Links

Österreichische Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin

Forum Gesundheit: Artikel Gendermedizin


Neue Gesundheitshotline: 1450

Vorarlberg startete als eines von drei Pilot-Bundesländern (gemeinsam mit Wien und Niederösterreich) mit der Einführung einer telefonischen Gesundheitshotline. Unter der Nummer 1450 und über das Internet erreicht man die Leitstelle und erhält dort eine telefonische Erstauskunft. Als Grundlage für die Erteilung der Auskünfte dient ein österreichweit einheitliches Abfrageschema.

Ziel ist, PatientInnen richtig zu lenken: Im ersten Schritt wird die Dringlichkeit des Gesundheitsproblems durch qualifizierte, geschulte Mitarbeiter, z.B. Diplomiertes Pflegepersonal, eingestuft. Die PatientInnen erhalten erste Handlungsempfehlungen. Stellt sich heraus, dass es sich um einen akuten Notfall handelt, wird die Rettungskette in Gang gesetzt. Im Hintergrund stellt ein medizinisches Expertenteam die Qualität der fachlichen Beratungen sicher.

Vorbild Schweiz

In der Schweiz werden lt. Mag. Janine Gozzi, Verantwortliche des Landesgesundheitsfonds Vorarlberg, jährlich in einem ähnlichen System mehr als drei Millionen Anfragen registriert. Dabei sei nachgewiesen worden, dass

  • 70 Prozent der Bürger ihre gesundheitlichen Beschwerden bezüglich Dringlichkeit falsch beurteilen.
  • Rund 80 Prozent aller Notfallkonsultationen sind unnötig.
  • 90 Prozent der Anrufer befolgen die Handlungsempfehlung der telefonischen medizinischen Beratungsstellen und
  • davon beurteilen rund 98 die Dienstleistung als notwendig, sinnvoll und hilfreich.

Auch in Österreich erwarten sich die Verantwortlichen vor allem fachlich fundierte Auskünfte und eine bessere Orientierung für die Patienten. Vorgesehen ist, dass die Gesundheitshotline nach drei Jahren auf alle Bundesländer ausgeweitet wird.


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